DDoptics Fernglas EDX 8,5×50 Testbericht – Pirsch Ausgabe 03/2013

Pirsch Zeitschrift Testbericht

DDoptics Fernglas  EDX 8,5×50 – Handlich und leistungsstark

Autor Reiner Merters – Zur Neuen Ausgabe der Zeitschrift Pirsch – Bericht zum Download

Für hochwertige Ferngläser im mittleren Preisbereich ist ein wachsender Markt vorhanden, denn vor allem junge Jäger wollen ein leistungsstarkes und kompaktes Fernglas haben, ohne preislich gleich in den High-End-Bereich gehen zu müssen.

Den Markt der jungen Jäger haben natürlich auch die großen Hersteller längst entdeckt und bieten Fernglaslinien an, die preislich unter den Top-Baureihen liegen. Für 900 Euro und weniger werden praxisgerechte und leistungsstarke Jagdgläser angeboten – leider bislang aber nur mit 42 Millimeter Objektivdurchmesser.

Andere Firmen hingegen sind schon einen Schritt weiter: So produziert DDoptics ein Fernglas 8,5×50 EDX, das mit Euro 1.095,- ebenfalls in der preislichen Mittelklasse liegt.

DDoptics EDX 8,5x50 Fernglas
DDoptics EDX 8,5×50 Fernglas

Griffiges EDX Fernglas – Dank Durchgriff

Das wasserdichte Gehäuse aus leichtem Polycarbonat wird durch eine dicke schwarze Gummiarmierung geschützt, die fein genarbt ist und sich sehr griffig anfühlt. Die Luft im Fernglasinneren ist gegen Stickstoff ausgetauscht worden, um Innenbeschlag zu vermeiden. Mit einem Gewicht von knapp 870 Gramm ist das 8,5×50 relativ leicht und mit nur 175 Millimeter Bauhöhe sehr kompakt.

DDoptics verwendet die zunehmend öfter zu sehende Bauweise mit offener Hülsenbrücke. Das Glas ist sehr gut ausbalanciert und liegt komfortabel in der Hand. Auch mit einer Hand lässt es sich gut halten, da der Durchgriff ausreichend groß dimensioniert ist. Fokussiert wird über eine große Walze am Ende der Brücke.

Der Dioptrienausgleich sitzt am rechten Okular. Die Fokussierwalze ist sehr griffig und lässt sich spielerisch leicht mit einem Finger bedienen. Der mit eineinhalb Umdrehungen sehr kurze Fokussierweg unterstützt dies.

Das EDX – Ein Fernglas – auch für Brillenträger

Die Drehaugenmuscheln erlauben auch dem Brillenträger die Ausnutzung des vollen Sehfeldes, das 102m (auf 1000 Meter) beträgt. Die Naheinstellgrenze liegt bei 2,40m. Die Augenmuscheln rasten in vier Positionen sicher ein. So kann das Fernglas je nach Brille und den eigenen Bedürfnissen justiert werden. Die Okularmuscheln sind komplett aus Metall gefertigt.

DDoptics verwendet bei den EDX-Modellen Gläser mit geringer Dispersion (Lichtstreuung). Man bezeichnet sie auch als „ED-Glas“, was für „Extra-Low Dispersion“ Dispersion“ steht. Daraus resultieren eine sehr hohe Auflösung und eine ausgewogene Farbwiedergabe. Feinste Details werden scharf abgebildet und die Farben neutral wiedergegeben. Um Farbsäume zu verhindern, wird eine apochromatische Korrektur vorgenommen.

Auffallend ist die sehr gute Schärfe des Testglases bis in den Randbereich. Erreicht wird dies durch einen neuen Phasen korrekturbelag, der in der Lage ist, fast alle unerwünschte wellenoptische Effekte zu verhindern.

Die Augenmuscheln lassen sich in vier Stufen ausziehen. Die auffallend große Walze am Ende der Brücke erleichtert das schnelle Fokussieren. Um das zu erzielen, werden die beiden Dachflächen des Schmidt-Pechan-Systems mit einer neuen, aus der Fotoindustrie stammenden Spezialvergütung versehen, die eine Weiterentwicklung der alten ELR-Vergütung („Extra Low Reflection“) ist. Praktisch ist auch die Nano Nergütung der Außenlinsen.

DDoptics nennt das „Raindefender“: Wasser perlt ab und vereinfacht so das Beobachten bei Regenwetter. Auch das Reinigen der Linsen läuft sehr bequem ab. Bei einem Glas dieser Preisklasse ist eine Nanobeschichtung der Außenlinsen nicht oft zu finden. Die Transmissions Messwerte aus dem optischen Labor, die bei 90,8 Prozent Tagtransmission und 89,9 Prozent Nachttransmission und sehr gleichmäßigem Kurvenverlauf lagen, unterstreichen den guten Eindruck.

Insgesamt hat DDoptics hier ein ausgewogenes Optikpaket zusammengestellt, das ein klares, heiles Bild mit sehr guter Randschärfe liefert.

Praxistest: EDX im Reviereinsatz

Das EDX 8,5×50 wurde im heimischen Revier beim Ansitz eingesetzt. Auch nachts bewährte es sich: Selbst bei schlechtem Licht lieferte die 50er Optik ein helles Bild. Mit Gegenlicht, wenn der Mond von vorn in die Kanzel scheint, wird das Glas sehr gut fertig.

Rein rechnerisch wäre ein 8×56 natürlich noch heller, aber dafür auch deutlich schwerer und voluminöser. Das Handling des Fernglases ist sehr angenehm – die offene Hülsenbrücke hat in der Praxis deutliche Vorteile. Für 1.095 Euro ist das DDoptics 8,5×50 EDX ein sehr guter Allrounder, der kompakte Abmessungen mit guter Dämmerungsleistung kombiniert.

Da die Konkurrenz im Kreis der 50er Objektivdurchmesser in der preislichen Mittelklasse sehr überschaubar ist, wird dieses Glas einen Top-Platz belegen.

Details & Technik DDoptics EDX 8,5×50 auf einen Blick

  • Modell: DDoptics 8,5×50 EDX
  • Austrittspupille: 5,88 mm
  • Sehfeld bei 1000m: 102m
  • Naheinstellgrenze: 2,40m
  • Augenabstand Okular: 17,5mm
  • Augenmuscheln: Drehaugenmuscheln,
    4-fach rastbar
  • Dioptrienausgleich: ± 3,5
  • Lichtstärke: 34,6
  • Dämmerungszahl: 20,6
  • Stickstofffüllung: Ja
  • Gehäusematerial: Polycarbonat
  • Gehäusearmierung: Gummi
  • Abmessungen in mm: 175x 130×57
  • Gewicht: 868g
  • Preis (UVP): 1 095 Euro

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